Anzündkamin

Anzündkamin für das einfache anzünden von Ofen, Kaminen und Grills

Sicherlich wäre so manch lustige Begebenheit beim Grillen nie passiert, wenn es den Anzündkamin schon früher gegeben hätte. Spötteleien und Fachsimpeleien von Partygästen angesichts nicht zündender Grillkohle können zur Unterhaltung beitragen. Es wären aber andererseits auch nie Grillpartys wegen zündunwilliger Holzkohle ins Wasser gefallen und schwere Brandverletzungen durch unsachgemäßes Anzünden des Grills hätten sich vermeiden lassen. Die Frage bleibt also: Wie gelingt es die Kohlen eines Holzkohlegrills bei jedem Einsatz zuverlässig und ohne großen Aufwand anzuzünden? Liegt es an qualitativ schlechter Holzkohle, an ihrer Form oder gar am Grill selbst, wenn die schwarzen Briketts oder Bruchstücke nicht zünden?

Was ist ein Anzündkamin?

Der Anzündkamin macht Schluss mit all diesen Improvisationen und gefährlichen Versuchen. Dabei ist er so simpel konstruiert und stellt nur eine äußerst geringe Investition in seiner Anschaffung dar. Er kostet meist weniger als der Grill selbst oder einen Durchgang Steaks für die gesamte Familie. Er sorgt aber dafür, dass das Entfachen der Holzkohle völlig problemlos, zuverlässig und ungefährlich ist. Der Anzündkamin hilft Zeit zu sparen und sichert einen überschaubaren Zeitablauf bis das leckere Grillgut serviert werden kann.

Wie funktioniert ein solcher Kamin?

Das Funktionsprinzip eines Anzündkamins wird bereits in seiner Bezeichnung beschrieben. Ein Kamin, egal ob es sich um den Wohnzimmerkamin, den Kachelofen oder eine andere Form handelt, beruht auf dem Prinzip eines Luftstroms, welcher dem Feuer den benötigten Sauerstoff zuführt. Er führt jedoch nicht nur Frischluft zu, sondern befördert auch die Brandgase zuverlässig ab. Im Kamin wird das Brennmaterial von diesem Luftstrom umspült, dessen Sauerstoffgehalt für eine lodernde Flamme oder ein Schwelfeuer sorgt. Dies richtet sich nach der Art des Brenngutes.

Der Anzündkamin macht sich dieses physikalische Wirkungsprinzip zunutze. Das Brennmaterial in Form von Holzkohlebriketts wird in einen Behälter lose eingefüllt. Im unteren Bereich befindet sich ein Abteil für die Befeuerung, welches mit leicht brennbarem Material befüllt wird. Es wird entzündet und entfaltet sofort eine Kaminwirkung in Form der Frischluftzufuhr von unten. Die Holzkohle wird großflächig von den aufsteigenden Flammen umschlossen und entzündet sich viel schneller als auf jedem Grill. Die lose Aufschichtung der Grillbriketts bewirkt, dass diese von den Flammen völlig umgeben werden. Sie brennen dementsprechend nicht nur einseitig, sondern vollflächig an.

  • So benutzt man einen Anzündkamin richtig

Mit einem Anzündkamin kann die Menge der benötigten Grillkohle bestens dosiert und portioniert werden. Es ist sogar problemlos möglich, mehrere Grilldurchgänge durch erneute Verwendung des Grillkamins zu dosieren. Sind zunächst nur wenige Gäste bei der Grillparty anwesend, reicht zunächst eine kleine Menge an Grillbriketts. Kommen später noch Gäste hinzu, kann der Anzündkamin erneut und mit etwas mehr Briketts in Aktion treten.

Der obere Bereich des Anzündkamins wird dementsprechend zunächst mit der benötigten Menge an Grillbriketts befüllt. Wenn möglich, wird er dazu bereits auf dem Feuerrost des verwendeten Grills abgestellt. Dort bekommt er von unten den benötigten Luftstrom. So kann er seine Kaminwirkung entfalten. Bei Grills mit geschlossener Feuerschale ist dies jedoch nicht möglich. Auf solchen Modellen kann der Anzündkamin auch auf dem Grillrost abgestellt werden, wenn dieser tragfähig genug ist. Dieser muss dann jedoch vor dem Auflegen des Grillgutes nochmals gesäubert werden.

Das Aufstellen des Anzündkamins auf einer Terrassenplatte aus Terrazzo oder auf einem anderen Steinmaterial führt zu hässlichen Brandflecken. Wird eine solche Unterlage verwendet, muss man sich vorher über diese Auswirkungen im Klaren sein. Besser ist eine Natursteinplatte, die ohnehin zukünftig diesem Zweck dienen soll.

Im nächsten Schritt wird das Anzündmaterial auf der Unterlage aufgeschichtet. Meist reicht etwas zusammengeknülltes Zeitungspapier aus. Bei Markenkaminen mit einem Feuerrost kann dieses Zeitungspapier zwischen den Roststäben festgeklemmt werden.

Die Menge des Anzündmaterials ist ohnehin durch den vorhandenen Brennraum des Anzündkamins begrenzt. Manche Benutzer verwenden feste Grillanzünderwürfel. Ob dies erforderlich ist, sollte jeder Grillfan selbst ausprobieren. Eigene Erfahrungen haben ergeben, dass die Zugabe von ein wenig fester Pappe zum Zeitungspapier besonders wirksam ist. Dazu eignen sich abgerissene Stücke von Eierverpackungen aus Pappe. Sie sind kostenlos und können nicht austrocknen wie feste Grillanzünderwürfel.

So zündet man einen Anzündkamin richtig an

Fast fertig: Anzündkamin dann ausleeren wenn Kohle komplett grau

Der Anzündkamin wir auf das derart präparierte Anzündmaterial aufgesetzt. Nun kann dieses entzündet werden. Wichtig! Manche Benutzer sind der Meinung, dass die Tränkung der Grillbriketts mit Grillbenzin hilfreich ist. Im Gegenteil – durch das schnell aufflammende Feuer im oberen Bereich des Anzündkamins geht seine Kaminwirkung verloren.

Anzünden in 4 Schritten:

  • Benötigte Menge Brennmaterial einfüllen
  • Auf Rost von Kamin / Grill abstellen
  • Leicht entzündbares Material (Grillanzünder o. Zeitung) in Anzündkamin einklemmen
  • Anzünden
Nicht machen:
  • Kein Benzin o.ä. verwenden
  • Nicht auf Terrassenboden abstellen (zu heiß)

Durch das sofortige Entzünden der Holzkohle entstehen viel weniger Schwelgase als beim allmählichen Anbrennen auf einem herkömmlichen Grill. Der Anzündkamin bewirkt deshalb auch eine wesentlich geringere Rauchbelastung der Nachbarschaft und schont die Umwelt.
Bei der Verwendung eines Anzündkamins werden die Grillbriketts zunächst durch das Anzündmaterial im unteren Bereich befeuert, bis sie selbst eine ausreichende Glut entfacht haben. Erst dann werden die Briketts in die Feuerschale des Grills ausgekippt und dabei möglichst gleichmäßig verteilt.

Wie ist ein Anzündkamin konstruiert?

Wie bereits gesagt, besteht der Anzündkamin aus einem zylindrischen Körper. Seine Maße sind je nach Hersteller und Modell etwas unterschiedlich. Anzündkamine sind durchschnittlich 28 bis 30 Zentimeter hoch und haben einen Durchmesser von 18 Zentimetern.

Die unteren circa 6 bis 7 Zentimeter sind durch ein Feuerrost oder ein Lochblech vom oberen Bereich abgeteilt. In Markenkaminen werden Feuerroste verwendet, die bereits aufgrund ihrer Konstruktion einen besonders komfortablen Luftdurchsatz ermöglichen. Hier liegt eine der Besonderheiten eines guten Modells. Aber auch ein einfacher Anzündkamin im mittelpreisigen Sektor mit Lochblechen kann funktionell sein. Seine Löcher dürfen nicht so groß sein, dass die Grillbriketts durchfallen. Andererseits bedeuten große Löcher in diesem Blech gleichzeitig auch eine bessere Frischluftzufuhr durch die Kaminwirkung.

Das Gleiche gilt für Anzündkamine mit Feuerrost. Höchst funktionelle Anzündkamine mit Lochblech sind mit circa 9 Löchern von jeweils 3 Zentimetern Durchmesser ausgestattet.
Jeder Anzündkamin benötigt einen stabilen Griff an der Seite. Seine Ergonomie entscheidet über die sichere Handhabung. Ein mit glimmender Holzkohle beladener Anzündkamin muss sicher mit einer Hand getragen werden können. Manche Markenfabrikate sind mit einem zusätzlichen Tragbügel ausgestattet. Dieser erleichtert die Handhabung beim Ausschütten der gebrauchsfertigen Grillbriketts.

Die glimmende Holzkohle strahlt enorme Hitze an das zylindrische Gehäuse eines Anzündkamins ab. Es wird deshalb sehr heiß. Damit sich der Anwender beim Tragen des Kamins nicht die Hand verbrennt, befindet sich zwischen diesem Brennraum und dem Griff ein Hitzeschild aus Blech. Es schirmt den Griff gegen die Hitzeentwicklung ab. Bei hochwertigen Anzündkaminen befindet sich dieses Hitzeschild in einem großen Abstand zum Brennraum, sodass die Hitzeentwicklung nur sehr geringfügig am Griff spürbar ist.

Qualitativ hochwertige Anzündkamine bestehen aus Edelstahl. Bei emaillierten oder gar lackierten Modellen sorgt die enorme Hitzeentwicklung dafür, dass deren schützende Deckschicht sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Emaille platzt ab und kein Lacküberzug kann dieser Hitze widerstehen. Die Folge ist, dass solche Anzündkamine sehr schnell unansehnlich aussehen. Sie beginnen zu rosten. Durch die Hitze verändert sich aber auch die physikalische Struktur des verwendeten Eisenblechs. Früher oder später ist ein solcher Anzündkamin durchgebrannt. Modelle aus Edelstahl hingegen halten dieser Hitzebelastung viel länger stand. Auch sie laufen an, und dies lässt sich nicht vermeiden. Sie behalten jedoch ihre robuste Struktur des Materials und sind auf lange Sicht gebrauchsfähig.

Für welche Einsatzzwecke wird er verwendet?

In der bisherigen Beschreibung des Anzündkamins wird er lediglich zum Anfachen der Holzkohle für einen Grill beschrieben. Dies wird sicher in den meisten Anwendungsfällen auch so der Fall sein. Entsprechend seiner Größe und seines Fassungsvermögens eignet er sich für alle handelsüblichen Grills für Privatverbraucher.

Dem Ideenreichtum sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Der Anzündkamin kann genauso für freistehende Gartengrillkamine oder für Feuerschalen verwendet werden.

Von der örtlichen Feuerwehr genehmigte Lagerfeuer bei Straßenfesten und zu anderen Gelegenheiten sind ebenfalls weitverbreitet. Hier kann das Entfachen des Feuers nach einem vorangegangenen Regen oder bei moderatem Wind problematisch werden. Ein Anzündkamin, gefüllt mit durchgeglühten Grillbriketts, bringt jedes Lagerfeuer zum Entfachen.

Welche Vorteile bietet ein Anzündkamin?

An vorderster Stelle der positiven Eigenschaften eines Anzündkamins steht selbstverständlich seine Zuverlässigkeit. Das Entzünden von Grillkohlebriketts ist mit einem solchen Kamin völlig problemlos und gelingt immer. Es ist nicht abhängig von der eigentlichen Konstruktion des Grills, denn hier liegen oftmals die Ursachen für schlechte Bedingungen beim Entzünden der Holzkohle. Vielen Grills fehlt eine ausreichende Luftzufuhr, die sich bei Windstille noch verschäft. Über den Erfindungsreichtum mancher Grillfans in Form eines Blasebalges, der elektrischen Luftpumpe für den Pool oder den Haarföhn wurde bereits berichtet.

Mit einem Anzündkamin legen sich seine Benutzer für eine Art von Holzkohle fest. Manche Testberichte empfehlen lose Holzkohle. Dies ist praxisfern, denn kleine Stücke fallen durch das Feuerrost oder Lochblech. Sein Feuerrost oder Lochblech, auf dem die Kohle aufliegt, eignet sich dementsprechend nicht für lose Holzkohle, sondern vorrangig für Grillbriketts.

Bei herkömmlichen Gartengrills wird häufig solange experimentiert, bis die bestmögliche geeignete Holzkohle gefunden worden ist. Sind mehrere Grills für die große Gartenparty erforderlich, benötigt eventuell jeder von ihnen seine spezielle Art von Holzkohle. Bei einem Anzündkamin ist dies eindeutig und verlangt nicht nach Experimenten. Grillbriketts drauf und das Grillvergnügen gelingt immer.

Die Grillbriketts werden komplett von den Flammen des Anzündmaterials umschlossen. Deshalb erreichen sie eine gleichmäßige Verbrennung und brennen nicht nur auf ihrer Unterseite, wo sie zunächst nur eine geringe Hitze an das Grillgut ausstrahlen würden. Die Verbrennung erfolgt sauberer und erzeugt weniger schädliche Schwelgase.

Mit einem Anzündkamin wird der Zeitablauf des Grillvergnügens planbar. Bei einem herkömmlichen Grill ist der Zeitfaktor, bis die Holzkohle durchgeglüht ist, immer ungewiss. Er ist von der Qualität der Holzkohle, von eventueller Windeinwirkung und von weiteren Faktoren abhängig. Bei der Verwendung eines Anzündkamins wissen seine Anwender bereits beim zweiten oder spätestens dritten Grillvergnügen, wie lange die Grillbriketts bis zum verwendungsfähigen Durchglühen benötigen.

Vorteile Anzündkamin auf einen Blick

  • problemloses Entzünden und Durchglühen der Grillbriketts
  • nur eine Art von Grillkohle für alle Grills erforderlich
  • gleichmäßigere Verbrennung und sehr wenig schädliche Schwelgase
  • Zeitersparnis

Wie lange braucht ein Anzündkamin?

Einer der großen Vorzüge eines Anzündkamins ist die zeitliche Planbarkeit des Grillvergnügens. Ihn vorzubereiten wird schnell zur Routine und dauert nicht länger als circa 10 Minuten. Wenn das Anzündmaterial entzündet wird, greift es unmittelbar auf die Grillbriketts über. Diese benötigen jedoch etwas Zeit, bis sich aus den anfänglichen Glutnestern ein durchgehender Brand gebildet hat.

Manchen Modellen liegt eine Beschreibung bei, die von 30 Minuten vom Anzünden bis zur Verwendbarkeit der glühenden Holzkohle spricht. Unsere eigenen Test zeigen aber, dass das sehr großzügig bemessen ist. Nach circa 15 bis 20 Minuten ist eine halbe Füllung Grillbriketts soweit durchgeglüht, dass sie verwendet werden kann. Dies ist sicher aber auch von der Qualität der Grillbriketts und ihrem Feuchtigkeitsgehalt abhängig.

Auch die Luftbewegung im Freien spielt eine wesentliche Rolle. Die genannte Zeitdauer dient deshalb nur als Richtwert. Jeder Grillfan wird schnell ein Gefühl dafür bekommen, nach welcher Zeitdauer die Grillkohle bei seinen individuellen Bedingungen zum Grillen verwendbar ist.

Wann ist die Grillkohle verwendbar?

Grillratgeber sagen generell aus, dass noch schwarze Grillkohle nicht zum Grillen verwendet werden darf. Aus ihr steigen weiterhin noch Kohlenmonoxid, Kohlepartikel und andere Substanzen während des Anbrennprozesses auf. Wenn während dieser Zeit bereits das Grillgut aufgelegt wird, setzen sich diese Stoffe in ihm fest. Fleisch und andere Delikatessen schmecken dann bitter. Ob die eingedrungenen Substanzen krebserregend sind, wird auch weiterhin heiß diskutiert. Der Gesundheit zuträglich sind sie jedoch keinesfalls.

Deshalb benötigen die Grillbriketts auch in einem Anzündkamin Zeit. Sie werden jedoch vollflächig von den Flammen des Anzündmaterials umgeben und fangen deshalb überall gleichmäßig an zu glimmen. Wenn die Grillbriketts ringsum mit einer weißen Schicht überzogen sind, unter der das Feuer glimmt, können sie auf dem Feuerrost des Grills ausgebreitet und gleichmäßig verteilt werden.

Was muss bei der Verwendung beachtet werden?

Bevor der Anzündkamin verwendet wird, ist die Art der Unterlage von großer Bedeutung, auf welcher er abgestellt wird. Der Feuerrost des Grills, der Grillrost oder eine Steinplatte wurden bereits genannt. All diese Varianten müssen das Gewicht des befüllten Anzündkamins tragen können. Sie müssen aber auch kippsicher sein.

In der Umgebung dürfen sich keine leicht brennbaren Materialien befinden, denn auch aus einem Anzündkamin können Funken sprühen oder durch einen Windstoß aufwirbeln.
Die Windrichtung ist von großer Bedeutung. Beim Entzünden des Anbrennmaterials bildet sich immer zunächst eine mehr oder minder starke Qualmwolke. Alle, denen ein gutnachbarliches Verhältnis am Herzen liegt, sollten deshalb nicht deren Terrasse oder Wäschespinne verqualmen.

Beim Auskippen der gebrauchsfertigen Grillbriketts kann eine Unfallgefahr entstehen. Deshalb ist es wichtig, unbedingt einen feuerfesten Grillhandschuh zu verwenden. Die aufsteigende Hitze darf nicht unterschätzt werden. Sie kann sehr schnell zu äußerst schmerzhaften Verbrennungen führen. Außerdem kann beim Auskippen auch der Funkenflug wieder erheblich sein. Deshalb muss die Umgebung jederzeit unter Sichtkontrolle gehalten werden.
Der entleerte Anzündkamin wird auf einer feuerfesten Unterlage abgestellt. Die noch vorhandene Hitze in seinen Blechteilen ist äußerlich nicht ersichtlich. Er muss deshalb dort platziert werden, wo vor allem wissbegierig spielende Kinder keinen Zugriff haben.
Wenn der Anzündkamin völlig abgekühlt ist, muss er gereinigt werden.

Alle Aschereste werden entfernt, denn sie würden bei der nächsten Verwendung durch den Kamineffekt mit aufgewirbelt. Dann kann er an einem trockenen Ort eingelagert werden. Die Konservierung mit einer Ölschicht oder ähnlichem Schutz für das Winterhalbjahr ist nicht empfehlenswert. Sie würde im nächsten Jahr bei der ersten Verwendung verbrennen und zu einer starken Rauchentwicklung mit allen Folgen führen.

Was sollte man beim Kauf eines Anzündkamins beachten?

Hochwertiges Material sichert eine lange Lebensdauer

Die Preisspanne von Anzündgrills reicht vom Discountermodell für circa 8 Euro bis zum Spitzenmodell für circa 25 Euro. Beachtlich – das Spitzenmodell hat gleich den dreifachen Preis! Ist er aber auch wirklich teuer?

Ein Anzündkamin kann in Form eines brauchbaren Modells eine Anschaffung für mehrere Jahre sein. Spielen da zehn oder fünfzehn Euro mehr wirklich eine alles entscheidende Rolle. Wohl kaum! Vielmehr ist die Qualität kaufentscheidend. Anzündkamine werden sehr heiß, und diese Hitzeeinwirkung können nur solche Modelle aus hochwertigem Material dauerhaft überstehen.
Beim Kauf gibt deshalb die Materialqualität des Anzündkamins den Ausschlag, denn sie entscheidet über die Lebensdauer, aber auch über seine Ansehnlichkeit während der gesamten Nutzungsdauer.

Die Oberfläche von Anzündkaminen aus Emaille oder lackiertem Stahlblech wird bereits nach wenigen Benutzungen zerstört. Sie sehen dann unansehnlich aus und neigen zum Rostbefall. Noch tragischer sind jedoch die physikalischen Veränderungen, die sich im Stahlblech abspielen. Nach einiger Zeit der Nutzung brennen solche Stahlblechkamine durch und ein erneuter Kauf steht an. Anzündkamine aus Edelstahl laufen zwar durch die enorme Hitzeentwicklung ebenfalls an. Ihre robuste Substanz jedoch bleibt erhalten. Deshalb sind sie immer die bessere Kaufentscheidung.

Sicherheitsabstand gegen Verbrennungen an den Händen

Hersteller einfacher Anzündkamine sparen oftmals am Abstand des Griffes zum Kamin. Sie begründen dies mit der geringeren Hebelwirkung beim Ausschütten der Grillkohle. Das ist eine lobenswerte Berücksichtigung der Ergonomie, aber nur die halbe Wahrheit. Vielmehr lässt ein solch naher Griff keinen ausreichenden Abstand des Hitzeschildes zwischen Kamin und Griff zu. Die Hitze der glühenden Grillbriketts strahlt bis zum Griff aus und birgt die Gefahr von Verbrennungen.

Ein hochwertiger Anzündkamin besitzt einen zweiten Bügelgriff, der das Ausschütten ebenfalls zur leichten Arbeit werden lässt.

Ein zweiter Aspekt ist die Größe des Hitzeschildes. Hersteller einfacher Anzündkamine gestalten dieses Schutzblech nur geringfügig größer als die Faust eines erwachsenen Menschen ist. Sie berücksichtigen jedoch nicht, dass ein solcher Kamin mit schräg gerichtetem Unterarm getragen oder ausgeschüttet werden muss. In diesem Moment ist die Haut des Benutzers ungeschützt, denn auch ein hitzeisolierender Grillhandschuh schützt lediglich die Hand. Bei hochwertigen Anzündkaminen reicht das Hitzeschild deshalb annähernd über die gesamte Höhe des Grillkohlebehälters. Es ist zusätzlich nach innen umgekantet, wodurch es eine größere Stabilität erreicht.

Fazit: Ein großer Abstand zwischen Kamin und Griff lässt ausreichend Platz für ein wirksames Hitzeschild. In Verbindung mit einem zweiten Tragebügel sind solche Kamine die bessere Kaufentscheidung. Das Hitzeschild sollte annähernd über die gesamte Größe des Grillkohlebehälters reichen, damit auch der Unterarm des Benutzers geschützt ist.

Ausreichend Platz für jede beliebige Portion Grillbriketts

Einer der Vorzüge eines Anzündkamins besteht in der Portionierbarkeit der Grillkohle. Für einen kleinen Grill, der das Grillgut für zwei Personen aufnehmen kann, reicht jeder beliebig große Anzündkamin sicher aus. Wenn Gäste kommen, wird sein geringes Fassungsvermögen jedoch zum Problem. Dann ist ein großer Grill oder gar ein zusätzlicher erforderlich. Ausreichend viel durchgeglühte Grillkohle steht dann nicht zur Verfügung und das Grillgut kann unmöglich gleichzeitig fertig serviert werden.
Zum Kauf des optimal geeigneten Anzündkamins gehört also auch etwas Augenmaß, in welches die zu erwartenden Einsatzmöglichkeiten einbezogen werden müssen. Wird viel Grillgut gleichzeitig zubereitet, muss er zumindest die Menge an Grillkohle für einen großen Kübelgrill aufnehmen können.
Praxistests haben ergeben, dass ein Grillkamin ausreichend Grillkohle aufnehmen kann, wenn er circa 19 Zentimeter Durchmesser und eine Gesamthöhe von 30 Zentimetern hat. Kleinere Modelle bedeuten hinsichtlich ihres Fassungsvermögens immer eine Einschränkung.

Ein funktioneller Griff ist viel mehr als nur Nebensache

Hinsichtlich der Griffgestaltung an einem Anzündkamin haben die verschiedenen Hersteller auffällig viel Fantasie walten lassen. Diese reicht von klassisch gerade verlaufenden und genieteten bis zu futuristisch schräg verlaufenden Stegen. Alle Varianten können praktikabel sein, wenn sie den bereits beschriebenen Abstand für ein wirksames Hitzeschild ermöglichen.
Aber auch das Griffmaterial ist von Bedeutung. Es kann aus Holz bestehen oder aus Kunststoff. Spartanische Anzündkamine kommen sogar mit einem metallenen Griffstück aus. Isoliert ein solches Modell aber auch ausreichend gegen die Hitzeeinwirkung?
Bereits aus physikalischer Sicht sind Holz und hitzebeständiger Kunststoff die besseren Varianten. Ein Metallgriff, der zudem am Gehäuse des Anzündkamins angenietet oder angeschweißt ist, überträgt die enorme Hitzeentwicklung der durchgeglühten Holzkohle. Er könnte nur durch einen ausreichend großen Sicherheitsabstand zwischen Korpus und Griff einigermaßen ausgeglichen werden. Auf diesen verzichten jedoch besonders die Hersteller einfacher Anzündkamine meistens.
Fazit: Mit einem Anzündkamin gehören Probleme nicht zünden wollender Holzkohle der Vergangenheit an. Seine Qualität und Ergonomie entscheidet über eine lange Lebensdauer.

Categories: Kaminzubehör

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